KI-gestützter Ultraschall für den klinischen Einsatz zugelassen: Ein Sprung nach vorn im pränatalen Screening

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Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat einer Software für künstliche Intelligenz (KI) die Zulassung erteilt, die die Genauigkeit und Effizienz fetaler Ultraschalluntersuchungen drastisch verbessern soll. Dieses vom Startup BioticsAI entwickelte Tool ist bereit, die Schwangerschaftsvorsorge neu zu gestalten, indem es eine Echtzeitanalyse von Ultraschallbildern ermöglicht, fetale Fehlbildungen erkennt und potenzielle Probleme für medizinisches Fachpersonal anzeigt.

Wie KI die Schwangerschaftsvorsorge verändert

Traditionelle pränatale Ultraschalluntersuchungen sind ein Eckpfeiler der modernen Geburtshilfe und werden zur Beurteilung der fetalen Entwicklung und zur Identifizierung struktureller Anomalien eingesetzt. Der Prozess hängt jedoch stark von der menschlichen Interpretation ab, die subjektiv und zeitaufwändig sein kann. Die Software von BioticsAI behebt diese Einschränkungen, indem sie einen Großteil der analytischen Arbeitslast automatisiert.

Wenn ein Ultraschallbild aufgenommen wird, beurteilt die KI sofort dessen Qualität und schlägt Anpassungen für eine bessere Klarheit vor. Entscheidend ist, dass es überprüft, ob alle wesentlichen fetalen Strukturen sichtbar sind, und alle fehlenden Elemente zur Überprüfung markiert. Mithilfe der datengesteuerten Mustererkennung kann das System Anomalien – wie Herzfehler oder Anomalien der Gliedmaßen – mit zunehmender Präzision erkennen. Die KI fasst diese Erkenntnisse dann zu einem prägnanten Bericht für den Arzt zusammen.

Die FDA-Zulassung bestätigt, dass die Software strenge Leistungsstandards erfüllt und sicher in klinische Arbeitsabläufe integriert werden kann. BioticsAI behauptet, dass das Tool Ärzten bis zu acht Minuten pro Patient einsparen wird, wodurch die Dokumentation rationalisiert und die Effizienz verbessert wird.

Das Ausmaß angeborener Anomalien

Die Notwendigkeit einer besseren pränatalen Diagnostik wird durch die Prävalenz angeborener Anomalien unterstrichen. Nach Angaben der Europäischen Kommission treten in Europa bei etwa 23,9 von 10.000 Geburten schwerwiegende Geburtsfehler auf. Die derzeitigen Ultraschallverfahren sind zwar effektiv, aber nicht narrensicher.

In einem umfassenden Review von Cochrane, einem führenden unabhängigen Gesundheitsforschungsinstitut, wurden Studien mit über sieben Millionen Schwangerschaften analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass ein einziger früher Scan (11–14 Wochen) nur 38 Prozent der Geburtsfehler erkennt. Ein Scan in der Mitte der Schwangerschaft (18–24 Wochen) verbessert die Erkennung auf 51 Prozent und die Kombination beider Scans erhöht die Genauigkeit auf 84 Prozent. Diese Statistiken zeigen, dass selbst bei Standardpraktiken eine erhebliche Anzahl von Anomalien unentdeckt bleibt.

Europas Wettbewerbslandschaft

Die Vereinigten Staaten sind nicht die einzigen, die das KI-gesteuerte pränatale Screening vorantreiben. Auch europäische Unternehmen wie Diagnoly und Sonio Detect haben die behördliche Zulassung für ihre jeweiligen KI-Ultraschallgeräte erhalten. Der Schwerpunkt dieser Lösungen liegt ebenfalls auf der automatisierten Erkennung fetaler Strukturen und Herzanomalien, was auf einen weltweiten Trend hin zu einer präziseren und effizienteren pränatalen Diagnostik hindeutet.

Die Integration von KI in den pränatalen Ultraschall stellt einen entscheidenden Wandel in der Überwachung der fetalen Gesundheit dar. Durch die Automatisierung wichtiger Analyseschritte haben diese Technologien das Potenzial, Diagnosefehler zu reduzieren, die Patientenergebnisse zu verbessern und die Belastung für medizinisches Fachpersonal zu verringern.

Die weit verbreitete Einführung von KI-gestütztem Ultraschall verspricht eine Umgestaltung der Schwangerschaftsvorsorge, da sie eine frühere und genauere Erkennung fetaler Anomalien ermöglicht und gleichzeitig die Arbeitsbelastung des medizinischen Personals verringert.