In einem bedeutenden Schritt für die Streaming-Branche ist Tubi – der werbefinanzierte Dienst von Fox – die erste große Streaming-Plattform, die eine native Anwendung direkt in ChatGPT startet. Diese Integration zielt darauf ab, die Navigation der Zuschauer durch die riesige Bibliothek von Tubi mit über 300.000 Filmen und TV-Folgen durch den Einsatz von Konversations-KI zu vereinfachen.
So funktioniert die Integration
Anstatt herkömmliche Menüs und Kategorien zu durchsuchen, können Benutzer jetzt mit Tubi in natürlicher Sprache interagieren. Durch die Installation der Tubi-App aus dem ChatGPT-Store und die Verwendung des Befehls „@Tubi“ können Zuschauer bestimmte Stimmungen oder Genres anfordern.
Ein Benutzer kann beispielsweise Folgendes auffordern:
– “Finden Sie einen Thriller für den Mädelsabend”
– “Zeig mir etwas Lustiges”
Die KI liefert dann kuratierte Empfehlungen, die auf diese spezifischen Anfragen zugeschnitten sind, und verknüpft Benutzer direkt mit den auf der Plattform verfügbaren Titeln.
Ein strategischer Wandel in der Content Discovery
Die Streaming-Landschaft ist derzeit von einer „Entdeckungskrise“ geprägt. Da Plattformen ihre Bibliotheken erweitern, verbringen Benutzer oft mehr Zeit damit, durch Optionen zu scrollen, als sich tatsächlich Inhalte anzusehen. Während Giganten wie Netflix und Amazon Prime Video sich darauf konzentriert haben, KI-gesteuerte Empfehlungsalgorithmen innerhalb ihrer eigenen Apps zu verfeinern, verfolgt Tubi einen anderen Ansatz: Benutzer dort abzuholen, wo sie bereits sind.
Diese Strategie unterstreicht einen wachsenden Trend im digitalen Konsum. Da ChatGPT schätzungsweise 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer erreicht, nutzt Tubi ein riesiges, bestehendes Ökosystem der Konversationssuche, anstatt zu versuchen, Nutzer zum Erlernen einer neuen Benutzeroberfläche zu zwingen.
Von internen Experimenten zur externen Integration
Diese Einführung markiert eine Weiterentwicklung der technischen Strategie von Tubi. Im Jahr 2023 experimentierte das Unternehmen mit „Rabbit AI“, einer von ChatGPT unterstützten In-App-Funktion. Dieses Tool wurde jedoch im Jahr 2024 eingestellt.
Durch die Verlagerung der Erfahrung in ChatGPT selbst wandelt sich Tubi von einem geschlossenen, proprietären Modell zu einem offenen, integrierten Modell. Dieser Schritt trägt der Tatsache Rechnung, dass die „Suchmaschine“ der Zukunft für viele Benutzer eher ein Chatbot als eine herkömmliche Suchleiste sein könnte.
Erweiterung des Ökosystems: Der Creatorverse Incubator
Neben diesem Technologiesprung investiert Tubi auch in seine Content-Pipeline. Das Unternehmen hat kürzlich den „Creatorverse Incubator“ angekündigt, eine Initiative zur Unterstützung aufstrebender Kreativer. Das Programm bietet:
– Werbeunterstützung zur Erhöhung der Sichtbarkeit.
– Potenzielle Finanzierung für Originalproduktionen.
– Exklusive Debüts für neue Shows auf der Tubi-Plattform.
Durch die Kombination modernster KI-Verbreitung mit einem neuen Zustrom an Originalinhalten versucht Tubi, beide Seiten der Streaming-Gleichung zu lösen: wie man Inhalte findet und wie man sie erstellt.
Diese Integration stellt einen grundlegenden Wandel im Streaming dar, weg vom traditionellen Surfen hin zu einem konversationsbasierten, absichtsbasierten Modell der Inhaltserkennung.















































