„The Boys“ nutzt ein blutiges „übernatürliches“ Wiedersehen, um seine Vergangenheit zu begraben

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Die neueste Folge von The Boys mit dem Titel „One Shots“ erfüllte eine langjährige Fan-Theorie, indem sie die Originalbesetzung von Supernatural zusammenbrachte. Doch anstatt ein nostalgisches Wiedersehen zu bieten, nutzte die Folge die Rückkehr von Jensen Ackles, Jared Padalecki und Misha Collins als gewalttätigen, chaotischen Abschluss ihrer gemeinsamen kreativen Geschichte.

Jahrelang häuften sich die Spekulationen, nachdem Ackles als Soldier Boy zu den „Boys“ kam. Die Fans hofften auf ein Crossover, bei dem er mit seinen ehemaligen Co-Stars Padalecki (Sam Winchester) und Collins (Castiel) wiedervereint würde. Die Show lieferte diese Konvergenz, aber das Ergebnis war weniger ein Jubel als vielmehr eine brutale Dekonstruktion.

Ein als Wiedersehen gekleidetes Handlungsinstrument

Funktionell funktioniert „One Shots“ wie eine Flaschenepisode, die die Perspektiven zwischen den Charakteren wechselt – einschließlich einer surrealen Sequenz aus der Sicht von Butchers Hund Terror. Während sich ein Großteil der Laufzeit der Episode auf Nebenhandlungen konzentriert, bleibt der zentrale Erzählimpuls Homelanders Jagd nach V-One, der ursprünglichen, flüchtigen Sorte von Compound V, die Unsterblichkeit verleiht.

Geleitet von einem Tipp seines Gefangenen, des ehemaligen CEO Stan Edgar, reisen Homelander und sein widerstrebender Verbündeter Soldier Boy nach Hollywood. Ihr Ziel ist Mister Marathon, gespielt von Padalecki. Marathon war einst der ursprüngliche Flitzer von The Seven, bevor er durch A-Train ersetzt wurde. Heute ist Marathon eine heruntergekommene Figur, die mit Drogen handelt und mit prominenten Freunden rumhängt, darunter Gastauftritte von Seth Rogen, Kumail Nanjiani und anderen.

Ebenfalls anwesend ist Malchemical, gespielt von Collins, einem Supe mit der Fähigkeit, lähmendes Gas auszustoßen. Der Schauplatz – ein Villa-Pokerspiel vor einer apokalyptischen Kulisse – erinnert zunächst an den satirischen Ton von „This Is the End“. Allerdings weicht der Humor schnell der Gewalt.

Die Falle und die Folgen

Die Versammlung erweist sich als Falle von Marathon und Malchemical, die sich an Homelander rächen wollen, weil er ihr Leben ruiniert hat. Während Homelander auf die List hereinfällt, durchschaut Soldier Boy sie. In einem Zeichen wachsender, wenn auch verdrehter Loyalität gegenüber seinem soziopathischen Sohn weigert sich Soldier Boy, den Köder anzunehmen.

Was folgt, ist eine chaotische Abfolge von Gewalt:
* Soldier Boy tötet Malchemical und beendet damit effektiv Collins‘ Handlung im Franchise.
* Anschließend manipuliert er die Umgebung und positioniert Marathons prominente Freunde auf dem Weg des Flitzers.
* Marathon läuft durch sie hindurch, was zu einem grausamen, blutgetränkten Spektakel führt, das als dunkle Komödie dient.

Die Szene gipfelt in einer Konfrontation zwischen Soldier Boy und Mister Marathon. Während die Interaktion zwischen Ackles und Padalecki an das emotionale Gewicht ihrer früheren Arbeiten erinnert – insbesondere an Ackles‘ Todesszene in „Supernatural“ –, fehlt es dem Kontext hier völlig an Wärme. Es handelt sich um einen transaktionalen Informationsaustausch, der zum Tod führt.

Warum das wichtig ist: Abschluss des Buchs über Supernatural

Die Bedeutung dieser Episode geht über die Handlung von The Boys hinaus. Es stellt eine bewusste erzählerische Entscheidung des Schöpfers Eric Kripke dar, einen endgültigen Schlussstrich unter das Supernatural -Erbe zu ziehen.

Supernatural war ursprünglich für fünf Staffeln geplant, lief aber aufgrund der großen Beliebtheit über fünfzehn. Das Fandom erlebte Jahre voller Auferstehungszyklen, Höllenlandschaften und Spin-offs, denen es nicht gelang, die ursprüngliche Magie einzufangen. Indem er die drei Hauptdarsteller in ein Szenario versetzt, in dem sie entweder getötet werden oder einem Blutbad zum Opfer fallen, schreibt Kripke nicht nur eine Szene; er signalisiert das Ende der Ära.

„Für Kripke, die Winchester-Brüder und ihren besten Engel Castiel ist ‚One Shots‘ der letzte Nagel im Supernatural -Sarg.“

Dieser Ansatz wirft Fragen darüber auf, wie Legacy-IP in der modernen Streaming-Landschaft gehandhabt wird. Anstatt Nostalgie für Komfort zu melken, nutzen The Boys sie für Schockwirkung und Abschluss. Es deutet darauf hin, dass das „Familienunternehmen“ der Monsterjagd tot ist und durch eine zynische Realität ersetzt wird, in der Helden obsolet sind und ihre Vergangenheit im Blut begraben ist.

Fazit

Bei „One Shots“ steht der thematische Abschluss über dem Fan-Service. Durch die Verwendung der Supernatural -Besetzung, um in „The Boys“ einen brutalen Handlungsfortschritt zu ermöglichen, begräbt die Serie effektiv das Erbe ihres Vorgängers und bietet einen chaotischen, gewalttätigen und endgültigen Abschied von einer der ikonischsten Fernsehtrilogien.