Claude Cowork expandiert: KI verlagert sich vom Chat-Tool zur Team-Infrastruktur

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Anthropic erweitert den Zugang zu Claude Cowork, seinem kollaborativen KI-Arbeitsbereich, der jetzt für Benutzer mit Team- und Enterprise-Plänen verfügbar ist. Dieser Schritt signalisiert einen Wandel in der Art und Weise, wie sich das Unternehmen Claudes Rolle vorstellt: von einem Chatbot hin zu einer gemeinsamen, dauerhaften KI-Infrastruktur, die für laufende Team-Workflows konzipiert ist.

Vom Chatbot zum Workspace

Bisher war Cowork auf Claude Max-Abonnenten beschränkt und ermöglicht es Teams, nicht-technische oder „No-Code“-Projekte asynchron zu erstellen und auszuführen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Chat-Interaktionen behält Cowork Kontext, Dateien und Aufgaben über mehrere Benutzersitzungen hinweg bei und spiegelt so die Arbeitsweise echter Teams wider. Diese Funktion ist besonders wichtig für Unternehmen, die die Integration von KI in Produktionsabläufe und nicht nur als persönliches Produktivitätstool in Betracht ziehen.

Wichtige Updates und neue Funktionen

Anthropic hat zwei bemerkenswerte Updates herausgebracht:

  • Kontextbezogene Erwähnungen: Benutzer können Projekte jetzt direkt in Cowork-Sitzungen „@-erwähnen“, wodurch der Informationsaustausch ohne ständigen Fensterwechsel optimiert wird.
  • Anbieter-Onboarding: Die Plattform unterstützt jetzt das groß angelegte Anbieter-Onboarding und erweitert so ihren Nutzen für Teams weiter.

Diese Funktionen unterstreichen den Zweck von Cowork als gemeinsam genutzter Arbeitsbereich und nicht nur als temporäre Chat-Schnittstelle. Anthropic-Ingenieure beobachteten zunächst, dass Benutzer Claude Code (für Entwickler entwickelt) für umfassendere Koordinations- und Dokumentationsaufgaben umfunktionierten. Cowork formalisiert diesen Trend.

Eigentums- und Zugangsbedenken bleiben bestehen

Trotz der Erweiterung hat Anthropic nicht geklärt, ob Cowork-Projekte und -Dateien vollständig zwischen Benutzern innerhalb derselben Organisation übertragbar sind. Diese Unklarheit wirft für Unternehmen kritische Fragen auf:

  • Wem gehören KI-generierte Arbeiten, die in Cowork erstellt wurden?
  • Was passiert mit gemeinsamen Projekten, wenn Mitarbeiter ausscheiden?
  • Wie wird der Zugriff teamübergreifend konsistent verwaltet?

Diese Probleme sind von entscheidender Bedeutung, da Unternehmen für Produktionsabläufe zunehmend auf KI angewiesen sind.

„Da immer mehr Teams mit KI-gestützten Arbeitsabläufen experimentieren, werden Tools, die ursprünglich für die Codierung entwickelt wurden, zunehmend für die Koordination, Dokumentation und Aufgabenausführung umfunktioniert.“

Die Zukunft der kollaborativen KI

Die Entwicklung von Claude Cowork verdeutlicht einen breiteren Trend: KI geht über einzelne Produktivitätstools hinaus und wird in die gemeinsame Teaminfrastruktur eingebettet. Während sich diese Aktualisierungen noch in der Forschungsvorschau befinden, deuten sie darauf hin, dass Anthropic Claude als zentralen Knotenpunkt für die laufende Arbeit und nicht als flüchtigen Gesprächspartner etablieren möchte.

Der Mangel an Klarheit hinsichtlich Eigentum und Übertragbarkeit bleibt ein wichtiger Aspekt bei der Einführung in Unternehmen. Die Erweiterung der Plattform signalisiert jedoch einen bedeutenden Schritt hin zur Integration von KI in den Kern kollaborativer Arbeitsabläufe.