Apple verhindert Aktualisierungen einer beliebten Mac-Anwendung, AppGrid, weil diese zu sehr Launchpad ähnelt – eine Funktion, die Apple selbst letztes Jahr eingestellt hat. Die vom App-Entwickler Attila Miklósi gemeldete Entscheidung unterstreicht die strikte Durchsetzung der Schnittstellenrichtlinien durch Apple, auch wenn diese auf Funktionen angewendet werden, die das Unternehmen nicht mehr anbietet.
Das Verschwinden von Launchpad
Launchpad wurde erstmals 2011 mit Mac OS X Lion als Vollbild-Anwendungsraster eingeführt, ähnlich dem iPad-Erlebnis. Es ermöglichte Benutzern, ihre App-Symbole anzupassen und zu organisieren, eine Funktion, die viele als praktisch empfanden. Allerdings hat Apple im vergangenen September Launchpad durch das Dienstprogramm „Apps“ in macOS Tahoe ersetzt. Diese neue Version präsentiert Apps in einer einfachen, alphabetischen Liste, es fehlen die Anpassungsoptionen von Launchpad und es wurde berichtet, dass die Suchfunktion fehlerhaft ist.
Diese Entfernung löste bei den Benutzern Unzufriedenheit aus, da vielen Mac-Benutzern die Funktionalität von Launchpad fehlte. Drittentwickler reagierten mit der Entwicklung alternativer Apps, die das Launchpad-Erlebnis nachbildeten.
AppGrid und Apples Einschränkungen
AppGrid wurde zu einer der beliebtesten Alternativen dieser Art und ist direkt über den App Store von Apple erhältlich. Trotz des Erfolgs blockiert Apple nun Updates der App. Laut Miklósi verwies Apple auf seine Entwicklerrichtlinien, die Apps verbieten, die „einem vorhandenen Apple-Produkt oder einer bestehenden Apple-Schnittstelle zum Verwechseln ähnlich sind“.
Die Ironie besteht darin, dass das betreffende „bestehende Apple-Produkt“ – Launchpad – nicht mehr existiert. Apple hat AppGrid nicht vollständig aus dem App Store entfernt und erzielt weiterhin Einnahmen aus Käufen der Pro-Version. Die App-Store-Version bleibt jedoch eingefroren und kann seit November 2025 keine Updates mehr erhalten.
Bedenken der Entwickler und zukünftige Updates
Miklósi gibt an, dass Apple vorgeschlagen habe, Updates nur dann zu genehmigen, wenn das Design von AppGrid so geändert würde, dass es weniger an das alte Launchpad erinnert. Er zögert, diese Änderungen vorzunehmen, da bereits Tausende Benutzer die aktuelle Version gekauft haben.
Vorerst erhält AppGrid weiterhin Updates durch direkte Downloads von der Website des Entwicklers und umgeht dabei die Einschränkungen der App Store-Version. Dadurch befindet sich der App Store-Eintrag in einem „Zombie-Zustand“, der für neue Käufe funktionsfähig ist, aber nicht weiterentwickelt werden kann.
Der Schritt von Apple zeigt, dass Apple das App Store-Ökosystem fest im Griff hat, selbst wenn es Regeln auf Funktionen anwendet, auf die das Unternehmen verzichtet hat. Die Situation wirft Fragen zur Konsistenz dieser Richtlinien und ihren Auswirkungen auf Drittentwickler auf, die versuchen, Lücken im Softwareangebot von Apple zu schließen.
